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Regionalbesuch des Präsidiums des Bayerischen Landtags bei der Erlus AG (Foto: Erlus, Stefan Grieger)

Im Dialog mit dem Präsidium des Bayerischen Landtags beim Regionalbesuch auf dem Neufahrner Werksgelände brachten Erlus-Vorstand Peter Hoffmann, Aufsichtsratsvorsitzender und Vizepräsident der IHK-Niederbayern Claus Girnghuber zusammen mit Landrat Peter Dreier die Sorgen und Nöte der von der Energiepreiserhöhung stark betroffenen Industrieunternehmen in Bayern vor. Es brauche in wenigen Jahren eine bezahlbare und klimaneutrale Technologie für energieintensive Industrieunternehmen, damit diese überleben können, appellierte Claus Girnghuber an die bayerischen Politiker.
Erlus Vorstand Peter Hoffmann stellte die 1842 gegründete Ziegelei und ihre Geschichte kurz vor und betonte: „Wirtschaftlich treffen uns die dramatisch gestiegenen Energiepreise sehr, wir alle leiden unter der Inflation und fehlenden Planungssicherheit.“ Das Unternehmen trage Verantwortung für die Belegschaft, die zum Großteil über viele Jahrzehnte und zum Teil über mehrere Generationen bei Erlus arbeiteten, und ihre Familien ernähren müssen. Die Erlus AG beschäftigt an drei Standorten in Deutschland aktuell 580 Beschäftigte.
Aufsichtsratsvorsitzender Claus Girnghuber hatte den Politikern aus dem Landtagspräsidium bei deren Regionalbesuch im Regierungsbezirk Niederbayern die Sorgen und Nöte von produzierenden Unternehmen in Bayern vorgetragen. Die politischen Rahmenbedingungen seien in den letzten Jahren zur größten Herausforderung für bayerische Unternehmen geworden. Der Gaspreis sei derzeit fünfmal so hoch, und zu fossilen Energieträgern gebe es bisher technisch noch keine Alternative. „Fakt ist, die großen Industrieansiedlungen finden im Norden Deutschlands statt“, so Girnghuber, Bayern dürfe hier auch im Bereich Windenergie keine Sonderwege einschlagen. „Langfristig brauchen wir klimaneutrale Alternativen zu fossilen Energieträgern.“ Aus seiner Sicht sei das aber kaum in den nächsten 18 Jahren technisch umsetzbar. Am Produktionsstandort Marklkofen zum Beispiel versorge sich die Girnghuber GmbH derzeit mit 10 Prozent Strom über PV-Anlagen und plane gerade eine Windkraftanlage, um dann mehr als 2/3 Strom nachhaltig selbst herstellen zu können. Die 10-H-Regel bei Windkraftanlagen müsse in Bayern fallen, so Girnghuber.
„Wir brauchen Übergangsfristen und hier geht es nicht nur um Strom, sondern auch um Prozesswärme“, bezog Landtagspräsidentin Ilse Aigner Stellung zum Thema Energie und Klimaziele. „Hier können wir nur gemeinsam anschieben!“ Sie lobte die Bemühungen der Bundesregierung vom russischen Gas unabhängig zu werden, gestand aber auch ein, dass es für Industrieunternehmen noch keine wirkliche Alternative zum Erdgas gebe.

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