Die digitale Simulation soll den Nachwuchs für die Arbeit am Dach begeistern.

65.000 fehlende Fachkräfte im Handwerk, rund 20 Prozent scheidende Betriebsinhaber in den nächsten fünf Jahren und ein steigender Beschäftigtenbedarf wegen des Anstiegs an energetischen Sanierungsmaßnahmen stellen auch das baden-württembergische Dachdeckerhandwerk vor riesige Zukunftsherausforderungen.
Daher ist es höchste Zeit, neue Wege in der Nachwuchswerbung und im Azubimarketing zu gehen. Job-Messen, Roadshows und andere öffentlich zugängliche Veranstaltungen auf lokaler und regionaler Ebene werden künftig noch stärker als Medium genutzt werden, um das Dachdeckerhandwerk als modernen und fortschrittlichen Ausbildungspartner und Arbeitsgeber zu präsentieren.
Im Rahmen der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 verwirklicht der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks BW derzeit ein gefördertes Modellprojekt, das die Themen Berufsorientierung, Nachwuchsförderung und Vermittlung fachspezifischer Digitalkompetenzen vereint.

Ein Modellprojekt – drei Bausteine

Der erste Baustein ist ein Virtual-Reality-Game, bei dem Interessierte mit Hilfe von VR-Brillen direkt auf eine virtuelle Baustelle „betreten“. Hier können sie selbst Höhenluft schnuppern und spielerisch aktiv ihren virtuellen Kollegen in mehreren Levels aktiv unterstützen.
Ist damit das Interesse am Dachdeckerhandwerk erstmal geweckt, wird das eher auf Aktivierung und Unterhaltung ausgelegte VR-Game durch 360°-Videos ergänzt, die den Jugendlichen über den Berufsalltag eines Dachdeckers informieren und Lust auf mehr machen. Auch die 360°-Videos können mit Hilfe der zur Verfügung stehenden VR-Brillen betrachtet werden. Die Zuschauer genießen so direkt die beste Aussicht vom Dach – während sie mit beiden Füßen sicher auf dem Boden stehen. Durch einen Drohnenflugsimulator als dritten Baustein präsentiert sich das Dachdeckerhandwerk als moderner Arbeitgeber, der aktuelle technologische Trends zielführend einsetzt.

Free-Roaming-Konzept und Dachdeckerberuf

„Die Kombination eines vorgelagerten „Free Roaming“-Erlebnisses mit einem VR-Set und dem traditionsberuf Dachdecker ist in der Nachwuchswerbung des Handwerks derzeit einzigartig. Über sechs Monate Entwicklungszeit, eine maßstabsgetreue VR-Modellierung einer Dachbaustelle und unzählige Tests und Probeläufe waren notwendig, um solch ein ambitioniertes Gesamtprodukt zu schaffen“, erklärt Christoph Schendel, stellvertretender Landesinnungsmeister. Ein herzlicher Dank gehe an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau BW, das dieses digitale Pionierprojekt der Nachwuchswerbung fördert und hierin ein enormes Zukunftspotential sieht.

 

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