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Das Zuschneiden der bis zu 40 kg schweren Bitumenrollen für die Flachdachabdichtung ist eine mühselige und langwierige Arbeit. Das will Dachdecker Tobias Büttgen aus Augsburg ändern: Zusammen mit seinem Vater hat er den Bitumenbahnen-Schneider »Flat Roof Fox« entwickelt, der diese Arbeit um 80 Prozent beschleunigen soll. Wir haben mit Tobias Büttgen über seine neue Maschine gesprochen.

Flat Foot Fox: Tobias Bütten

Dachdecker Tobias Büttgen aus Augsburg hat einen Bitumenschneider entwickelt, der auf der Baustelle viel Zeit spart

dachbaumagazin:  Herr Büttgen, Sie haben vor ein paar Wochen auf der Dach + Holz 2022 in Köln Ihren neuen Bitumenbahnen- Schneider vorgestellt. Sind Sie mit der Resonanz zufrieden?

Tobias Büttgen: Ja, auf jeden Fall – die Messe war super! Wir haben dort in der Start-up-Area auf einem 5 m2 großen Stand einen Prototyp vorgestellt und viel positives Feedback von den Dachdeckern bekommen. Die meisten Gesellen haben die Maschine sofort verstanden und waren total begeistert, während ich einige Firmenchefs von der Wirtschaftlichkeit überzeugen konnte. Die haben momentan alle die Auftragsbücher voll, aber nicht genug Fachkräfte auf den Baustellen – da sind wir mit unserer Maschine aufgrund der enormen Zeitersparnis auf dem Dach natürlich auf offene Ohren gestoßen und haben auch schon einige Aufträge an Land ziehen können. Das hat mich wahnsinnig gefreut.

Unser Bitumenschneider lohnt sich auch für kleine Dachdeckerbetriebe.

Wie ist der derzeitige Entwicklungsstand und wann soll die Maschine auf den Markt kommen?

Wir arbeiten derzeit an Detailverbesserungen und wollen im Frühjahr 2023 in Serie gehen. Dank der Messeaufträge können wir mit einer hohen Erstproduktion starten.

Wie ist die Idee zu der Maschine entstanden?

Mein Vater hat mit seinem Betrieb früher häufig große Flachdächer mit Dachflächen über 50 000 m2 abgedichtet. Da ist ihm bei den schier endlosen Zuschnittarbeiten die Idee gekommen, diesen Arbeitsschritt zu automatisieren. Daraufhin habe ich 2018 ein Funktionsmuster gebaut und anschließend mithilfe eines renommierten Ingenieurbüros den Prototypen entworfen. Danach habe ich beschlossen, mich hauptberuflich um den Bitumenbahnen-Schneider zu kümmern und die Firma Rooffox gegründet.

Welche Vorteile hat ein Dachdecker, der künftig mit Ihrer Maschine arbeiten will?

Auf der Baustelle wird diese Arbeit noch genauso erledigt wie vor 100 Jahren: Bahn ausrollen, auf beiden Seiten messen, einschneiden und dann auf den Knien mit dem Hakenmesser schneiden. Dabei ist die Bahn im Sommer weich und klebrig, im Winter hingegen hart und steif. Unsere Maschine arbeitet in Längs- und Querrichtung automatisch. Der Dachdecker muss lediglich die Bitumenrolle einlegen und die Maße eingeben. Man kann sogar verschiedene Schnittlängen eingeben, die die Maschine dann jeweils in der gewünschten Anzahl ablängt. Sie rollt die Rolle selbstständig ab und stapelt die fertigen Bitumenstücke aufeinander. Der wichtigste Vorteil für den Kunden ist jedoch die schnelle Amortisation der Maschine.

Wie viel Zeit lässt sich mit der Maschine sparen und wann rechnet sich die Anschaffung?

Man spart auf der Baustelle rund 80 Prozent Arbeitszeit ein. Dafür habe ich eine umfangreiche Amortisationsrechnung erstellen lassen, die zeigt, dass sich die Anschaffung selbst für kleine Betriebe lohnen kann. Außerdem schont die Maschine Knie und Rücken der Mitarbeiter und verringert die Verletzungsgefahr deutlich.

Sie haben für den Vertrieb die Firma Rooffox gegründet. Wird es weitere Erfindungen geben?

Ich habe noch viele Ideen und möchte – auf dem »Flat Roof Fox« aufbauend – weitere Produkte konstruieren, die dem Dachdecker bei seiner täglichen Arbeit helfen und die Betriebe wirtschaftlicher machen.

Herr Büttgen, vielen Dank für das Gespräch.

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