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Dachdeckermeister Heinz-Jörg Ewald aus Hannover engagiert sich mit seinem Betrieb Ewald Bedachungen schon seit langer Zeit aktiv für den Umweltschutz. Das heißt konkret: Photovoltaik und Gründächer pushen sowie mit E-Transporter oder Lastenrad zum Kunden. Vor acht Jahren hat sich das dachbau magazin mit ihm an dieser Stelle schon einmal unterhalten. Höchste Zeit also für ein Nachhaltigkeits-Update.

Dachdeckermeister Heinz-Jörg Ewald aus Hannover fährt am liebsten mit dem Lastenrad zur Baustelle

dachbaumagazin: Herr Ewald, vor acht Jahren haben wir uns über Ihre beiden damals geradezu revolutionären Eco-Carrier mit Elektroantrieb unterhalten. Wie sieht Ihr Fuhrpark derzeit aus?

Heinz-Jörg Ewald: Einer der beiden Eco-Carrier ist immer noch täglich unterwegs, den anderen mussten wir kürzlich leider ausmustern. Weiterhin haben wir einen VW T4 von 2002 dazubekommen, der 2017 auf Elektroantrieb umgerüstet wurde. Mein neuester Elektrowagen ist ein VW T5, den eine lokale Werkstatt ebenfalls umgerüstet hat. Das war nötig, weil der Hersteller leider noch keinen Pritschenwagen mit Doppelkabine und Elektromotor im Angebot hat.

Wie zufrieden sind Sie mit den E-Transportern?

Der Eco-Carrier ist natürlich in die Jahre gekommen und ein bisschen schwach auf der Brust, aber die beiden VW haben genau so viel Kraft wie ein Dieselfahrzeug. Das sind vollwertige Transporter, mit denen ich auch jede Anhängelast ziehen kann, die wir im Betrieb brauchen.

Im letzten Interview hatten Sie erzählt, dass Sie oft mit dem Rennrad zum Kunden fahren. Ist das immer noch so?

Ja, das ist immer noch so. Ich bin inzwischen aber auch wieder selbst öfter auf der Baustelle, und das mache ich meistens mit einem unserer beiden Lastenräder. Das eine hat eine Zuladung von 100 kg, das neue kann dank seiner drei Räder und einer großen Transportbox sogar 300 kg schleppen. Damit kriege ich die meisten Reparaturen problemlos hin. Auf meiner Internetseite können die Kunden den Lastenradservice sogar direkt buchen und damit bei mir die Verkehrswende bestellen.

Die beiden Elektro-VWs haben genau
so viel Kraft wie ein Dieselfahrzeug.

Wie ist die Akzeptanz der Elektro- Transporter und Lastenräder bei Ihren Mitarbeitern?

Die beiden VWs sind im Betrieb sehr begehrt, aber meine Mitarbeiter waren in Bezug auf die Elektroautos von Anfang an sehr aufgeschlossen und standen auch bei den beiden Eco-Carriern voll auf meiner Seite. Die Lastenräder sind noch recht neu, das ist so eine Art Feldversuch. Das große Rad fahre ich meistens selbst, vor unserem Gespräch habe ich mich damit sogar durch den Schnee gekämpft. Aber mir ist klar, dass ich viele Altgesellen nicht dazu kriegen werde, auf ein Lastenrad zu steigen Bei Junggesellen und Azubis sieht das aber schon wieder ganz anders aus, die machen das gerne mit.

Wie laden Sie die Elektrotransporter?

Unser Betrieb ist seit 2013 klimaneutral, und auf unseren Dächern produzieren wir 13 000 kWh Strom pro Jahr. Für die E-Autos habe ich separate Steckdosen, dort tanken sie mit 230 V unseren Solarstrom. Das ist zwar langsam, reicht über Nacht aber völlig aus. Der T5 kann auch mit Starkstrom betankt werden – wenn wir mal nach Hamburg müssen, können wir unterwegs auch zügig nachladen.

Der umgebaute VW T4 war im November 2019 auch schon auf einer Demonstration von »Fridays for Future« dabei. Wie kam es dazu?

Die haben mich einfach angefragt, weil sie auf den Demos statt eines Dieseltransporters lieber einen Elektrowagen dabei haben wollten. Also haben wir kurzerhand die Lautsprecheranlage auf den T4 gepackt und sind losmarschiert. Ich bin da aus Überzeugung dabei und freue mich, dass sich die junge Generation so fürs Klima engagiert.

Sie engagieren sich auch in Ihrem Betrieb fürs Klima. Wie sieht das konkret aus?

Wir setzen stark auf Photovoltaik- Anlagen und Gründächer. Die Stadt Hannover fördert Gründächer momentan mit 30 Prozent, auch deshalb kamen 2020 viele Aufträge rein. Und auch PV lief 2020 sehr gut und wird jetzt oft mit einem Gründach kombiniert. Wir haben selber ein PV-Gründach und kennen uns daher sehr gut damit aus.

Herr Ewald, vielen Dank für das Gespräch.

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