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Energie vom Dach: Deutschlands erste Effizienzhaus Plus-Siedlung

Zu wenig steuerliche Anreize für den Wohnbau monierte Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer: „Die aktuelle Regierung hat eklatant versagt!“
Foto: dachbaumagazin

In Hügelshart bei Augsburg wurde Deutschlands erste Effizienzhaus Plus-Siedlung am 14. Juli 2017 offiziell eingeweiht. Die 13 Hauseinheiten in Massivbauweise (neun EFH und vier DHH), produzieren mehr Energie, als deren Bewohner verbrauchen. Die BayWa AG arbeitete bei den Effizienzhaus Plus-Häusern mit dem Bauträger asset bauen wohnen gmbh zusammen. Das Herzstück der Wärmeerzeugung ist eine Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technologie und thermischem Wasserspeicher. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die vorrangig mit Strom aus der PV-Anlage betrieben wird, erwärmt das Wasser im Speicher für die Heizungsanlage.

„Die aktuelle Regierung hat eklatant versagt!“

„Es gibt zu wenig steuerliche Anreize für den Wohnbau. Die aktuelle Regierung hat hier eklatant versagt“, sagte Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU). Künftig sollten energetische Maßnahmen steuerlich berücksichtigt werden, junge Familien ein Baugeld von 12.000 Euro je Kind erhalten und die Grunderwerbsteuer beim ersten Immobilienkauf reduziert werden. „Wir müssen uns beim Thema Energie umstellen. Die Energiewende ist keine reine Stromwende. Auch Wärme spielt eine große Rolle!“ betonte Pschierer.

PV-Anlage statt Tankstelle

Die Energie wird über eine Photovoltaik-Anlage auf den nach Süden ausgerichteten Hausdächern gewonnen. Gespeichert wird sie in einer Lithium-Ionen-Batterie sowie – in Wärme umgewandelt – in einem thermischen Wasserspeicher.

Einfamilienhaus in der Effizienzhaus Plus-Siedlung in Hügelshart: 44 PV-Module mit einer Gesamtleistung von 12,32 kWp erzeugen einen jährlichen Stromertrag von ca. 14.248 kWh
Foto: : asset bauen wohnen gmbh

Ein hauseigenes Energiemonitoring steuert alle Anlagenkomponenten automatisch und sorgt für eine optimale Nutzung des PV-Stromertrags. Überschüssiger Strom geht ins Netz oder lädt ein Elektroauto direkt am Haus auf. Der Großteil des Energieüberschusses konzentriert sich auf die Sommermonate. Im Winter reichen der PV-Ertrag sowie die Speichersysteme nicht ganz aus, so dass hier mit Netzstrom ausgeholfen wird. Trotzdem ergebe sich für die Effizienzhaus Plus-Häuser auf das Gesamtjahr gesehen eine Energieunabhängigkeit von etwa 70 Prozent.

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