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Einfach umlegen

Der umgelegte Doppelstehfalz ist eine zeitsparende Möglichkeit, Anschlüsse an First, Grat oder dem Ortgang herzustellen. Fachgerecht ausgeführt, sind Dichtigkeit und Materialdehnung kein Problem.

Beim Auf- und Abkanten umgelegter Falze entsteht aufgrund der vielfachen Materialaufdopplungen ein besonders stabiler Scharabschluss. Im Doppelstehfalzsystem entstehen hier sechs Blechdicken, sodass sich der Falz auf Rinnenträgerdicke aufdoppelt (6 × 0,7 mm = 4,2 mm). Das erfordert jedoch vom Klempner einen werkstoffgerechten Umgang beim Umfalzen des niedergelegten Doppelfalzes um 90 oder gar 180 Grad – hierbei muss ein entsprechender Biegeradius berücksichtigt werden.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Dehnungsmöglichkeit in Querrichtung der Schar eingeschränkt wird. Anschlüsse mit umgelegten Falzen sollten deshalb eine Länge von 10 m nicht überschreiten. Sehr große Dachflächen werden bei dieser Anschlusstechnik typischerweise mit Dehnungsleisten im deutschen Leistensystem in diesem Regelabstand unterteilt.

Aus Gründen der Regendichtheit werden die firstseitigen Anschlüsse gegen die Verlegerichtung der Schare umgelegt, sodass die glatte Seite des Doppelfalzes sichtbar ist – im Traufbereich erfolgt das Umlegen in Verlegerichtung. Das Einlegen eines Dichtbandes im niedergelegten Bereich erhöht hier die Regendichtheit. Aufgrund der Materialaufdopplungen werden bei firstseitigen Anschlüssen Materialausschnitte vorgenommen. In der Praxis gelingt die Ausführung der Ausschnitte jedoch nicht immer – oft werden Ober- oder Unterfalz zu weit ausgeschnitten und stellen dann eine potenzielle Undichtigkeit dar.

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