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„Berliner Dach“ beschäftigt Experten

Ein Objekt in Berlin Wedding dient als Musterbeispiel für die Sanierung eines „Berliner Daches“ (Foto: Gutex)

 

Welche Perspektiven und Herausforderungen stellt die Bauform Berliner Dach? Diesen Fragen ging der Fachtechnische Tag Berliner Dach nach. Fazit des ganztägigen Seminars mit gut 40 Teilnehmern: Für ein brandschutztechnisch und bauphysikalisch sicheres Dachsystem müssen die positiven Materialeigenschaften verschiedener Dämmprodukte in einer neuen Systemlösung kombiniert werden.

 

Dächer halten Wohnraum vor

Mit seiner kombinierten Bauform ist das Berliner Dach prägend für den Baubestand an Wohngebäuden aus der Gründerzeit – insbesondere im Großraum Berlin, aber auch in anderen deutschen Städten, wie z. B. Hamburg und München. Als eine besondere Form des Pultdaches, das von der Straße und vom Hof durch verschiedene Steilabschrägung als Satteldach wahrgenommen wird, dazwischen aber als flach geneigtes Dach ausgebildet ist, stellt das Berliner Dach die Wohnungswirtschaft, Planer und Handwerker vor Herausforderungen. Gleichwohl bietet der Dachausbau entscheidende Möglichkeiten, neuen Wohnraum zu schaffen. Allein in Berlin halten die Dachgeschosse 300.000 m² Wohnfläche bereit.

 

Berliner Dach – Kombination aus diffusionsoffen gedämmtem Steildach mit
Ziegeldeckung und Flachdach als „Warmdachkonstruktion“
(Grafik: Gutex)

Sanierung als Beispiel

„Eine ökologische Bauweise ist nicht nur für einen ausgewählten Kundenkreis machbar, sondern auch für die breite Masse“, fasst Matthias Röhnert von der Röhnert Holzhandelsgesellschaft zusammen. Ein anschauliches Beispiel gelungener Sanierung  ist  das Objekt Soldiner Straße in Berlin Wedding. Hier wird derzeit ein ökologischer und bauphysikalisch robuster Dachaufbau umgesetzt. Die Bauteilberechnung (WUFI) übernahm der Dämmstoffhersteller Gutex. „Während die Steildachsanierung mit ökologischen Dämmstoffen inzwischen zu den Standardkonstruktionen gehört, liegt der Schlüssel zum Erfolg bei flach geneigten Dächern darin, die positiven Eigenschaften verschiedener Dämmstoffprodukte miteinander zu kombinieren: geschäumte oder mineralische Dämmstoffe für den Brandschutz, Holzfasern für Schall- und Hitzeschutz“, stellte Nobert Pauly, Key Account Manager Dachprodukte bei Gutex, die Systemlösung für das Berliner Dach vor. Dabei wird der Taupunkt aus der Holzfaserebene verlagert, indem diese ausreichend überdämmt wird.
Man ging bei der objektspezifischen Berechnung von konservativen Randbedingungen aus. Um das bisher unbelüftete Flachdach an der Soldiner Straße nutzbar zu machen, wird die Dachsanierung mit feuchtevariabler Dampfbremse und ökologischen Holzfaser-Einblasdämmstoffen im Gefach im Zusammenspiel mit einer PIR Dämmung als brandschutzgerechtem Abschluss umgesetzt. Mit diesem unkonventionellen Ansatz kann eine robuste bauphysikalische Sicherheit generiert werden.

 

Entscheidende Bauteilschicht

Bevor im zweiten Teil des Tages die Vorteile der Holzfaser-Einblasdämmung und deren Maschinentechnik x-floc beim Einsatz im urbanen Umfeld und im Hinblick auf Baustellenlogistik und Wirtschaftlichkeit vorgestellt wurden, berichtete Patrick Bruggmann von der Firma Ampack über eine weitere entscheidende Bauteilschicht im Berliner Dach: die feuchtevariable Dampfbremse. Diese sorgt für das optimale Feuchteverhalten in der gedämmten Konstruktion und unterstützt die notwendige Rücktrocknung etwaiger Feuchte im Dämmstoff und in der Gefachebene. Feuchtevariable Dampfbremsen ändern im Gegensatz zu konventionellen Dampfbremsen ihren Dampfdiffusionswiderstand in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit und bieten so ein hohes Bauschadensfreiheitspotenzial.

 

Gut besucht – rund 40 Architekten, Energieberater und Verarbeiter kamen zum Fachtechnischen Tag Berliner Dach
(Foto: Gutex)
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