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In der Stadtmitte von Heidenheim ist vor Kurzem ein mehrgeschossiger Neubau in Holzbauweise entstanden. Für Architekt Wolfgang Trötsch, der mittlerweile auch mit seinem Architekturbüro in das Gebäude eingezogen ist, war es wichtig, an dieser zentralen Stelle eine Gestaltung zu finden, die einerseits die umgebende Bebauung aufnimmt, aber dennoch eine eigenständige Form findet. Nach dem Abriss von zwei alten Gebäuden am Eugen-Jaekle-Platz wurde der Rohbau von der Zimmerei Johann Betcher in nur zwei Wochen in Brettsperrholzbauweise errichtet. Für den Architekten war auch bei der Planung der Solaranlage der Gestaltungsaspekt wichtig: Er plante daher eine dachintegrierte Photovoltaikanlage, die eine harmonische Einbindung in die dunkle Dachdeckung ermöglicht. Ergänzend zur Solaranlage wurde ein Batteriespeicher verbaut, der im „Zusammenspiel“ mit einem Elektrofahrzeug den Strom für den Eigenverbrauch speichert. Nur der Strom, der nicht im Gebäude selbst verbraucht wird, kommt ins öffentliche Stromversorgungsnetz und wird vergütet.

Modernes Holzhaus

Im Nachhaltigkeitskonzept für das dreistöckige Gebäude spielten auch die eingesetzten Baustoffe eine wichtige Rolle. So plante der Architekt den Neubau im Wesentlichen in Brettsperrholzbauweise. Aus großformatigen Massivholzplatten wurden die Wandund Deckenelemente auf einer CNC-Abbundanlage präzise vorgefertigt und just in time als montagefertige Elemente auf der Baustelle angeliefert. So konnte auch die Bauzeit in der engen städtebaulichen Situation reduziert und so die Beeinträchtigungen der Nachbarschaft und des Verkehrs so gering wie möglich gehalten werden. Die Wandelemente wurden mit Winkelverbindern und zugelassenen Kammnägeln auf den Deckenelementen befestigt. Die Winkelverbinder ermöglichen durch ihre Rippenausprägung eine Lastaufnahme in alle Richtungen und sind so zur Übertragung von großen Kräften geeignet. Lediglich die Bodenplatte sowie das Kellergeschoss und die Treppen sind aus Beton gefertigt.

Zeitgemäß gedämmt

Die Fassade des Rohbaus erhielt zunächst einen Vollwärmeschutz aus 180 mm dicken Dämmplatten mit einer Putzfassade. Im WDVS wurde ein allgemein bauaufsichtlich zugelassener Putz eingesetzt. Die Innenseite der Brettsperrholzwände bekleideten die Zimmerleute mit Gipsfaserplatten, die anschließend verspachtelt wurden.Im Dachgeschoss wurde auch der Kniestock aus Brettsperrholz gefertigt. Darauf ordneten die Zimmerer ein Längsholz 10/28 cm quasi als Fußpfette an. Die Sparren 8/20 cm wurden darauf mit Sparrenpfettenankern befestigt. Durch diese Konstruktion konnte die Dachrinne als verdeckt eingebaute Rinne ästhetisch besonders anspruchsvoll ausgeführt werden. Im Firstbereich wurden die Sparren auf einer Firstpfette 14/28 cm aufgelegt und gegenseitig mit einem Lochblech verblockt. Die Dachkonstruktion wurde durch Windrispenbänder als Scheibe ausgebildet.

 

Zwischen den Sparren ordneten die Zimmerer eine flexible Dämmung an und bekleideten die Innenausbauschicht mit Gipsfaserplatten auf einer Lattung (Installationsebene). Auf den Sparren hatten die Handwerker zuvor bereits eine 100 mm dicke Aufsparrendämmung verlegt und die Lagesicherung der Elemente über die Konterlattung hergestellt.

Ausgezeichnete Optik

Für das moderne Stadthaus sah Architekt Wolfgang Trötsch eine Dachdeckung mit dem Ziegel Turmalin von BMI Braas vor, der für die Deckung im Verband eine Regeldachneigung von 25 Grad hat. Mit einer Deckbreite von 24 cm gilt er als moderner Glattziegel für gestalterisch anspruchsvolle Dächer. Der Architekt wählte die Farbe Anthrazit Matt engobiert, da es für diesen Dachziegel auch eine dachintegrierte Photovoltaikanlage gibt, die sich mit der Dachdeckung im Verband eindecken lässt. Dabei werden an den dafür vorgesehenen Stellen 7,5 Dachziegel durch ein PV-Modul des Indachsystems PV Premium als Generatorfläche ersetzt. Die Module werden wie das klassische Bedachungsmaterial einfach auf der Traglattung montiert. Das System wird durch abgestimmte Wechselrichter und Verbindungskabel ergänzt und zeichnet sich durch Leistungsstärke, Effizienz und vor allem durch besondere Ästhetik aus und darf daher mit dem Label „red dot: best of the best“ gekennzeichnet werden. Da die Modulreihen sowohl im Verband als auch in Reihe verlegt werden können, ist eine Anpassung auch bei komplexen Dachgeometrien mit Walmdächern oder Dachverschneidungen einfach möglich.

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