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Sturmfluten, Wind und Sand hatten ihre Spuren an dem 1918 erbauten Ferienhaus an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste hinterlassen – vor allem an dem charakteristischen Reetdach. Aufgrund der Lage zum offenen Meer mit ständigem Westwind hatte sich viel Sand im Dach gesammelt, das auch deshalb nun, nach über 50 Jahren, erneuert wurde. Da die Dacharbeiten mit dem Denkmalamt abgestimmt werden mussten, wurde auf Anweisung der Denkmalschützer unter anderem ein regional typischer Reetdachfirst statt des vorherigen Heidefirsts angeordnet.

Gleichmäßige Schichtdicke

Nach dem Abtragen des alten Reets wurde das Dach zunächst energetisch ertüchtigt. Dabei verlegten die Handwerker auf den alten Sparren 35 mm dicke Holzweichfaserplatten mit einschichtigem, homogenem Rohdichteprofil (Wärmeleitfähigkeit: 0,044 W/(m²K)). Angesichts der rauen Witterungsbedingungen fiel die Entscheidung auf dieses regen- und winddichte Material aus hochwertigem Tannen- und Fichtenholz aus dem Schwarzwald. Für die Verlegung dieser Unterdeckplatte mit Nut- und Federsystem war eine plane Unterlage nötig, weshalb die Sparrenlage dementsprechend ausgeglichen werden musste. Dadurch wurde gleichzeitig sichergestellt, dass unterschiedlich dicke Reetschichten im neuen Dach vermieden werden. „Verschiedene Deckschichtdicken ziehen verschiedene Halmneigungen nach sich, die wiederum dazu führen, dass das Regenwasser unterschiedlich tief in die Reetdeckung eindringen kann und damit das Material nicht gleichmäßig abschilfert“, erklärt Katrin Jacobs vom Reetdachkontor Ostholstein. „Das ist ein handwerklicher Fehler, der erst einige Jahre nach der Neudeckung sichtbar werden würde. Eine plane Lattung ist stets die Grundlage für ein lang anhaltend schönes Reetdach.“

 

Die fachregelgerechte Hinterlüftung der Reetdeckung wurde durch die auf der Holzfaserplattenlage aufgebrachte Konterlattung sowie durch Zuluftöffnungen an der Traufe und Abluftöffnungen im First sichergestellt. Ein Röhrenlüftersystem im First lässt die Abdeckungen der Abluftöffnungen mit der später silbergrauen Dachaußenfläche nahezu verschmelzen, sodass die durchaus umfangreichen Vorgaben des Denkmalamtes auch hier zur vollen Zufriedenheit erfüllt werden konnten.

 

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