Nach fast 120 Jahren wurden die Glasdächer des Landesmuseums in Hannover durch einen im Sinne des Denkmalschutzes geplanten Um- und Neubau an die zukünftigen Klimaverhältnisse angepasst. Auf zwei Etappen und in einer Bauzeit von zwei Jahren wurden die originalen, einfach verglasten und weiß gekalkten Giebeldächer oberhalb der Schauräume des Museums durch wärmegedämmte Aluminiumdächer ersetzt. Die Vorgabe, dass der ursprüngliche Charakter des Gebäudes nicht verändert werden durfte, konnte nur durch eine sensible Planung, eine platzsparende Konstruktion sowie leichte, weiße Aluminiumdächer erfüllt werden.

Neues Dachkonzept

In den Schauräumen im zweiten Stock des im Stil der Neorenaissance errichteten Museumsgebäudes werden seit der Eröffnung im Jahr 1902 wertvolle Gemälde aus den Sammlungen gezeigt. Für eine natürliche Beleuchtung sorgten die von Architekt Hubert Stier errichteten Glasdächer, die regelmäßig gekalkt wurden, um die Exponate vor direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen zu schützen. Die klimatischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte wirkten sich aber auch auf die thermischen Verhältnisse in den Schauräumen aus. Trotz aller Bemühungen war es daher in den vergangenen Jahren kaum mehr möglich, die Temperaturen auf einem auch für die Besucher erträglichen Niveau zu halten. Unter der Leitung von Architektin Sara Obornik vom Staatlichen Baumanagement Hannover wurde deshalb in enger Zusammenarbeit mit den Experten vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege ein Konzept für die Dachsanierung ausgearbeitet. Es war schnell klar, dass die alten Glasdächer durch undurchsichtige und vor allem gedämmte Dächer ersetzt werden müssen. Das Denkmalamt gab jedoch vor, dass sich durch den Eingriff weder der optische Eindruck der weißen historischen Dächer noch die Silhouette des Gebäudes verändern durfte.

Komplexe Planung

Für die Detailplanung, Baustellenkoordination und die Bauaufsicht holte man den Architekten Oliver Arndt von der PK+ Pape Kost Arndt Architektur GbR ins Boot. Die Planung erwies sich als komplex, aber immerhin konnten vorhandene und relativ genaue Detailpläne von Sanierungsarbeiten in den 1980er-Jahren teilweise als Grundlage für den Umbau der Dachkonstruktion genutzt werden.

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